Pille absetzen. Meine Erfahrung

In diesem Blogpost möchte ich meine persönliche Erfahrung mit euch teilen.

Kurz zu meiner Geschichte: Meine erste Periode habe ich damals mit ca. 12/13 Jahren bekommen. Die ersten Male war das immer mit starken Unterleibsschmerzen, Migräne und Übelkeit verbunden. Meine Mutter hat mir dann einen Termin bei ihrem Frauenarzt vereinbart.

Seine Lösung: Die Pille

Sein Versprechen: Eine schöne Haut, ein regelmäßiger Zyklus, keine Regelschmerzen.

Das Resultat mit der Einnahme: Eine schöne Haut, ein regelmäßiger Zyklus, keine Regelschmerzen.

Auf die Idee die Pille abzusetzen hat mich tatsächlich mein Freund gebracht. Ich hatte häufig Stimmungsschwankungen, habe ohne Grund geweint. Zudem hatte ich während jeder Periode weiterhin Migräne, meist über mehrere Tage. Die Pille abzusetzen war damals eigentlich nur ein Experiment, ein Versuch, ob diese Beschwerden verschwinden. Abgesetzt habe ich die Pille dann im November 2015. Also vor genau zwei Jahren. Mir geht es gut damit. Ich habe seitdem den Eindruck, meine Gefühle wieder „selbst“ steuern zu können und nicht von künstlichen Hormonen geleitet zu werden. Ich spüre meinen Eisprung, nehme meinen Körper bewusster wahr. Meine Migräne ist seitdem verschwunden! Ich habe immer noch Kopfschmerzen, gerade wenn ich zu wenig trinke. Wasser, keinen Alkohol 😉 Jeder der mit Migräne zu kämpfen hat, weiß aber, dass Kopfschmerzen nicht mit Migräne zu vergleichen sind. Hört sich jetzt erstmal alles sehr rosig und positiv an und als wäre ich ein kompletter Gegner der Pille.

ABER

Was man all dem allerdings entgegensetzen muss, sind die „Nebenwirkungen“, mit denen ich seit dem Absetzen der Pille zu kämpfen habe.

Mein Zyklus: Nach Absetzen der Pille war mein Zyklus das reinste Chaos. Unregelmäßig und schmerzhaft. Oft blieb meine Periode einfach komplett aus. Eingependelt hat es sich erst vor ca. 8 Monaten also über 1 Jahr nach dem Absetzen der Pille.

Meine Haut: Ca. 2 Monate nach Absetzen der Pille fing es mit kleinen Unreinheiten an. Kleine Talgpickelchen, nur von Nahem erkennbar. Dann wieder 2 Monate später: Akne! Hauptsächlich im Bereich der Schläfen, um den Mund, am Kinn, alles war voll. Dicke, entzündete, schmerzhafte Stellen so groß wie Mückenstiche.

Ich habe damals absolut nicht mit diesen Nebenwirkungen gerechnet. Für mich war das nicht immer leicht. Gerade wenn man davor immer eine schöne, reine Haut hatte. Ich habe wirklich alles versucht: sämtliche Kosmetik, Heilpraktikerin, Hautarzt, Kosmetikerin, Hydra Facial, Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzungsmittel.

Das alles hatte eins gemeinsam- Hohe Kosten, Wenig bis keine Erfolge.

Mittlerweile habe ich eins gelernt: Der Körper braucht Zeit!

Die richtige Pflege, kosmetische Ausreinigung und beispielsweise eine Fruchtsäurebehandlung kann eine deutliche LINDERUNG verschaffen.

ABER

Akne entsteht, wenn vermehrt Bakterien gebildet werden. Nach dem Absetzen der Pille liegt bei vielen Frauen oft eine verstärkte Bildung der männlichen Hormone im Körper vor. Diese führen zu einer erhöhten Produktion von Talg in den Talgdrüsen. Gleichzeitig liegt aber auch eine Verhornungsstörung der Talgdrüsen vor. Diese Störung verhindert, dass der überschüssige Talg abfließen kann. Das führt dann wiederum dazu, dass vermehrt Bakterien gebildet werden und diese Bakterien sind verantwortlich für die entstehenden Unreinheiten. Keine Creme der Welt kann von „außen“, diese innere Störung regulieren und komplett verschwinden lassen.

Meine Haare:

Meine Haare wachsen seitdem sehr sehr schleppend. Zudem habe ich Haarausfall. Nicht so stark, dass kahle Stellen entstehen aber meine Haare sind deutlich weniger und dünner geworden.

All das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich dazu entschließt, die Pille abzusetzen.

Es sollte eure Entscheidung sein. Euer Körper, eure Entscheidung. Oft habe ich auch schon gehört, dass Frauen die Pille absetzen wollten und ihr Partner dem nicht zugestimmt hat.

Auch hier gilt: Euer Körper, eure Entscheidung. Nur weil euer Freund nicht mit einem Kondom verhüten möchte, solltet ihr nicht darunter leiden. Macht euch Pro /Contra Listen, denkt in Ruhe darüber nach. Überlegt euch gut, ob ihr mit möglichen Nebenwirkungen leben könnt.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass sich meine Haut im Vergleich zu vor 2 Jahren wieder „eingependelt“ hat. Ich habe Produkte, die mir helfen. Gehe regelmäßig zur Kosmetikerin und fühle mich wieder besser. Ich bin keine Ärztin, ich möchte meine persönliche Erfahrung mit euch teilen und gerne auch eure Geschichte hören. Ich denke, dieses Thema ist sehr heikel aber „geteiltes Leid, ist halbes Leid“ und wir Frauen müssen ja zusammenhalten. Ich hoffe dieser Blogpost ist für einige von euch eine kleine Hilfe.

Ich freue mich auf eure Kommentare, eure Milli <3

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